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title: Mündliche Sprechkompetenz stärken durch kooperatives Geschichtenerzählen
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updated: "2026-10-26"
category: DaZ
tags:
  - DaZ
  - Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
  - Klasse 7
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  - Klasse 9
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  - mündliche Beteiligung
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  - Zuhören
  - Zyklus 3
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# Mündliche Sprechkompetenz stärken durch kooperatives Geschichtenerzählen

[![
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Abbildung 1: Bergkarte zur Selbsteinschätzung durch die SuS

[![](https://lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2026/10/Bild-2-1.png)](https://lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2026/10/Bild-2-1.png)
Abbildung 2: Diagramm zur Sprechentwicklung der Klasse

| **Methode** | Selbsteinschätzung der SuS anhand der Bergkarte, Beobachtung und Erfassung der vollständig gesprochenen Sätze durch die LP, Audioaufnahmen in der 1. und 8. Woche |
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| **Fragestellung** | Inwiefern kann eine strukturierte Sprechübung dazu beitragen, den Sprechanteil zurückhaltender SuS zu erhöhen? |
| **Ziel** | Über einen Zeitraum von zehn Wochen nehmen zurückhaltende SuS einmal pro Woche während 20 Minuten an einer strukturierten Sprechübung teil. Ziel ist es, dass sie ihren individuellen Sprechanteil im Verlauf der Durchführung steigern, erkennbar an einer zunehmenden Anzahl vollständig beigetragener Sätze. |
| **Zeitbedarf** | Vorbereitung: 20 min Durchführung: 20 min Datenauswertung: 30 min |
| **Material** | Bergkarte, Diagramm, Aufnahmegerät |
| **Methode detailliert** | - Die Klasse wird in zwei Gruppen (A und B) eingeteilt, die sich gegenübersitzen. - Die LP wählt ein geheimes Wort aus, das zum aktuellen Unterrichtsthema oder zum Wortschatz der SuS passt. - Gruppe A erhält das geheime Wort schriftlich oder von der LP ins Ohr geflüstert. Gemeinsam entwickelt und erzählt die Gruppe A eine Geschichte, in die das geheime Wort sinnvoll eingebettet wird. Jede:r SuS trägt dabei mindestens einen vollständigen Satz zur Geschichte bei. Die LP beobachtet die Übung aufmerksam, greift jedoch nicht korrigierend in das Gespräch ein. - Gruppe B hört aktiv zu, ohne die erzählende Gruppe zu unterbrechen. Anschliessend berät sie sich und versucht, das geheime Wort zu erraten. Gruppe A darf dabei bis zu drei Hinweise geben. - Rollentausch: Gruppe B erzählt eine Geschichte und Gruppe A hört aktiv zu. - Nach Abschluss der Übung würdigt die LP die Erzählungen und greift sprachliche Fehler auf, die gemeinsam mündlich korrigiert und verbessert werden. - Anschliessend schätzen alle SuS mithilfe der Bergkarte selbstständig ein, wie viele vollständige Sätze sie während der Übung beigetragen haben (Abb. 1). Die LP bestätigt die Selbsteinschätzung auf Grund ihrer Beobachtungen oder bespricht stark abweichende Einschätzungen mit den betreffenden SuS. Die LP macht die totale Anzahl vollständiger Sätze mit einem Diagramm sichtbar (Abb. 2). In der 1. und 8. Woche erstellt die LP jeweils eine Audioaufnahme des Geschichtenerzählens. Auf deren Basis reflektieren die SuS zum Projektabschluss gemeinsam ihren Lernfortschritt.  |
| **Erfolg** | Die Klasse erreicht das gesetzte Ziel. Die SuS zeigten Fortschritte in den Bereichen Sprechflüssigkeit, aktives Zuhören, Wortschatz und Sprechmut. Insbesondere zurückhaltende SuS beteiligten sich zunehmend am gemeinsamen Erzählen und trauten sich häufiger, ihre Stimme einzubringen. |
| **Heraus-****forderungen** | - Korrekturverhalten der LP: Sprachliche Fehler werden erst nach dem Erzählen besprochen, um den Redefluss und den Sprechmut zu fördern. Dabei ist es herausfordernd, eine gezielte Auswahl zu treffen und sich auf besonders häufige oder verständnisrelevante Fehler zu beschränken. - Erfassen der Sätze: Das gleichzeitige Beobachten des Gesprächsverlaufs, Notieren sprachlicher Auffälligkeiten und Zählen der vollständig gesprochenen Sätze pro SuS erfordert eine hohe Aufmerksamkeit. Eine vorbereitete Strichliste und ergänzende Audioaufnahmen erleichtern die Erfassung und nachträgliche Überprüfung. - Ungleiche Beteiligung: Sprechfreudige SuS können das Erzählen dominieren. Die Regel, dass jede:r SuS mindestens einen vollständigen Satz beiträgt, sowie gezielte Impulse der LP fördern die Beteiligung aller. |
| **Rückmeldungen SuS** | Die SuS nahmen die Sprechübung sehr positiv auf. Sie hatten Freude am gemeinsamen Erzählen und zeigten eine hohe Motivation, sich an der Übung zu beteiligen. |
| **Hinweise der****LP** | **Informationsgewinn für LP:** Die Methode lässt sich flexibel an unterschiedliche sprachliche Niveaus und Lernvoraussetzungen anpassen. Die LP kann zurückhaltende SuS durch kleine nonverbale oder verbale Impulse unterstützen, beispielsweise durch ein kurzes Nicken, Blickkontakt oder eine Ermutigung im Flüsterton wie: «Du darfst weitermachen.» **Gewinn für SuS/Unterricht: ** Die Gruppenstruktur schafft einen geschützten Sprechanlass und entlastet insbesondere zurückhaltende SuS. Da keine Einzelpräsentation vor der gesamten Klasse stattfindet, entsteht weniger Sprechdruck.  |
| **Urheberschaft**** ** | Die Methode wurde entwickelt, erprobt und dokumentiert von Rahel Kistler im DaZ-Unterricht mit SuS der 7.-9. Klasse. |

  [Factsheet – Download](https://lernensichtbarmachen.ch/wp-content/uploads/2026/10/Factsheet_LU_Z3_DaZ_Geschichtenerzaehlen_Kistler.pdf)
